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- Das Geschlecht von Ossenbroich auf Neuenhoven.
Nach Ernst Kneschke, "Neues allgemeines Adelslexicon", sind die von Ossenbroichs ein altes schon 1289 genanntes Adelsgeschlecht, das sein Stammland am klevischen unteren Niederrhein im heutigen Emmericher Bereich hatte. Ossenbroich beziehungsweise Ossenbruch/Ossenbruck bedeutet Ochsenbruch und verweist auf eine wohl gleichnamige Flurbezeichnung, auf eine vernässte Zone hin, die als Viehweide, hier Ochsenweide, diente. In Erinnerung an den alten Flurnamen gibt es heute in der Stadt Emmerich zwei Straßen mit den Bezeichnungen Ossenbruch
und Ossenweg. Nach Robert Scholten war "Ossenbruch" ein Rittersitz im Amte Cleverham, Gemeinde Till. Das Schloss war ein Mannlehen, zu dem die Höfe Nedenoy bei Kleve und Nyenhove (Ludinhove?) zählten.
Von dem Adelgeschlecht existieren zwei Wappen, die auf zwei verwandte Familien hinweisen. Eines zeigt in Rot den Kopf und den Hals eines nach links sehenden ansonsten silbernen Ochsen, das andere auf rotem Schilduntergrund einen silbernen nach vorne blickenden Ochsenkopf ohne Hals. Letzteres ist das Wappen der Ossenbroichs auf Neuenhoven in Krefeld-Bockum.
Bis 1339 war Neuenhoven ein Allodialgut im klevischen Land Linn. In diesem Jahr übergab Wilhelm von Neuenhoven, genannt Rurup (Ruysup?), seinen Besitz an den Grafen von Kleve, und er wurde damit klevisches Lehen. Zu dem Gut gehörte auch das Patronat der Bockumer Kirche St. Gertrudis. Der Hof umfasste 70 Morgen Ackerland, 30 Morgen Wiesen ("Pesche"), 2 Gewälde im Bockumer Busch und den Zehnten von 576 Morgen im Bockumer, Glindholzer und Oppumer Feld. 1388 kaufte Kurköln von Kleve das Land Linn. Damit wurde Neuenhoven wie andere Güter kölnisches Mannlehen. Das Patronatsrecht kam nun an den Kölner Erzbischof.
Das Neuenhoven-Geschlecht trat um 1400 von der historischen Bühne ab. Maria von Nyenhoven, Tochter Gottschalks von Neuenhoven, des letzten männlichen Vertreters seines Stammes, heiratete Gerhard von Ossenbroich, auf dem so genannten "Ritterzettel" (Verzeichnis der zum "Ritter" Ge-"adelten") im Jahre 1418 als Ritter verzeichnet. Damit ging Neuenhoven in den Ossenbroich-Besitz über. Gerhard verheiratete sich nach dem Tod seiner Ehefrau Maria mit der Witwe des Ritters Evert von Wischel (Wissel), Aleid von Suytkamen. Er hatte vier Kinder: Johann, Gottschalk, Stina und Aleid. Gerhard starb wahrscheinlich um 1420.
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https://vanosnabrugge.org/docs/grabplatte-heinrich-143-148.pdf
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